Donnerstag, 9. Januar 2014

Ausflug in die Geschichte des Goldberbaus der Hohen Tauern

Vor etwa 4000 Jahren wurde das Tauerngold entdeckt, der Fund einer Serpentin-Lochaxt läßt darauf schließen, daß schon in der Jungsteinzeit in den Hohen Tauern nach Gold gegraben wurde. Auch Kelten und Römer kannten und nützten die Gold-, Silber- und Bleivorkommen rund um Kolm Saigurn und das Rauriser-Tal.


Ende des 13. Jahrhunderts begann die Hochblüte des Goldbergbau im Bereich Rauris-Kolm Saigurn. Der Name Kolm Saigurn allein sagt schon viel über die Nähe und den Bezug zum Bergbau aus. Kolm entstand aus dem mittelhochdeutschen Wortstamm "Kolben", also ein Ort wo eine Kolbenstatt war und Erz gestoßen bzw. zerkleinert wurde. Zu dieser Zeit der Rauriser Goldgewinnung, wurden 10% (zehn Prozent) des Weltvorkommens an Gold im Rauriser Tal gewonnen.
Saigurn ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs, denn Kärntner Slawen besiedelten in der Vorzeit als erste Menschen kontinuierlich das Rauriser-Tal und "Saigoro" bedeutet im slawischen "Hinterberg" (Tal hinterm Berg).

Am Ende des 14. Jahrhunderts waren in Salzburg erstmals in großem Umfang Goldgulden aus Tauerngold geprägt worden und noch um die Wende zum 16. Jahrhundert wurde das Land als das "Peru der alten Welt" bezeichnet. So wuchs Rauris als Vorort zum Talschluß zu einer mittelalterlichen Großsiedlung mit über 3000 Bewohnern (heute etwa 2000) heran.


Mit dem Abzug der Römer in der Völkerwanderungszeit kam die Arbeit in den Goldgruben gänzlich zum Erliegen. Im Jahre 719 sollen alle Bergbaue im Sonnblickgebiet wieder geöffnet worden sein. Im 12. Jahrhundert wurde das Tauerngold als Münzmetall nachweislich verwendet. Ob Kelten und Römer ihre Münzen aus "Tauerngold" fertigten, lässt sich nicht beweisen. Auf Grund der Gussformen für Goldbarren vom Magdalensberg spricht die Wahrscheinlichkeit dafür.

In der Folgezeit wurde das Tauerngold zu einem der wichtigsten Münzmetalle im alpenländischen Zahlungsverkehr. Die Herzöge Albrecht II., Rudolf IV., Albrecht III., die Grafen von Görz und der Salzburger Erzbischof Pilgrim II. prägten Goldmünzen aus dem in den Tauernbergen geförderten Metall, vornehmlich den Florentiner Prägungen ähnliche Goldgulden. Münzstätten waren Salzburg, Lienz und vor allem Judenburg, wo die Babenberger das Tauerngold vermünzten.

Die Verhältnisse im Goldbergbaugebiet ähnelten in der Frühzeit in vielem jenen, die einige Jahrhunderte später am Sacramento oder am Klondyke herrschten. Neben den legalen Goldwäschern gab es Hunderte, die illegal nach dem Gold gruben und einander die Beute streitig machten. Für das Jahr 1031 sind Zusammenrottungen von Knappschaften verbürgt, die erst nach blutigen Metzeleien niedergeschlagen werden konnten.

Öfters kam es vor, dass die Bergleute diesseits und jenseits der Hohen Tauern einander wechselweise überfielen, die Knappen erschlugen, die Gruben zuwarfen und das vorrätige Erz mit sich schleppten.

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