Dienstag, 16. Mai 2017

Bär und Luchs kehren zurück

Aus dem Hohe Tauern - Nationalpark Magazin  April 2014: Magazin Hier lesen

Der Schutz von Tieren, Pflanzen und Lebensräumen in Europa zeigt Wirkung: Arten, die in unseren Breiten längst als verschwunden galten, erobern sich Terrain zurück. In einer Serie beschäftigt sich das Nationalpark Magazin heuer mit der Rückkehr der Wildtiere. Dieses Mal im Fokus: die großen Beutegreifer Wolf, Luchs und Bär.


Ab und zu tappen sie in die Fotofalle. Zu Gesicht hat die Luchse in den oberösterreichischen Kalkalpen aber noch kaum jemand bekommen. Die größte Katze in Europa ist ein extrem heimliches Tier, das im dichten Unterholz der Wälder gut verborgen bleibt. 

Doch auch wenn man die eleganten Großkatzen nur ganz selten wahrnimmt, ist klar, dass wieder eine kleine Luchspopulation entstanden ist. 




„Unser Ziel ist es, ein erneutes Verschwinden des Luchses zu verhindern und in der Nationalparkregion eine kleine Population mit regelmäßigem Nachwuchs zu etablieren“, erklärt Christian Fuxjäger, der im Nationalpark Kalkalpen für das Luchsmonitoring zuständig ist. 

Junge Luchse in den Kalkalpen Seit der Jahrtausendwende gab es in den Kalkalpen Hinweise, dass ein einzelnes Luchsmännchen hier sein Revier hat. Um die Chance auf Luchszuwachs zu wahren, wurden ab 2011 drei aus der Schweiz stammende Luchse übersiedelt und freigelassen.

2012 gab es erstmals Nachwuchs, auch 2013 kamen Jungtiere zur Welt. Ein erster Schritt in die richtige Richtung. „Langfristig können Luchse nur dann überleben, wenn es gelingt, die einzelnen Populationen zu fördern und miteinander zu verknüpfen, um einen genetischen Austausch sicherzustellen“, betont Christian Pichler vom WWF. 

Die Organisation setzt sich seit Jahren für Rahmenbedingungen ein, die den großen Beutegreifern Luchs, Bär und Wolf eine möglichst konfliktfreie Rückkehr nach Österreich erlauben. 

Rückeroberung angestammter Gebiete Alle drei Arten hatten einst in Österreich ganz selbstverständlich ihren Lebensraum, wurden aber in den vergangenen 200 Jahren ausgerottet. Das letzte in Österreich Im Nationalpark Kalkalpen hatten die Luchse 2012 erstmals Nachwuchs. Vorkommen gibt es vom Böhmerwald ausstrahlend auch im Mühl- und Waldviertel sowie in den Alpen, wo der WWF kürzlich ein Projekt mit GPS-Besendung von Luchsen und Fotofallen gestartet hat. Die Rückkehr der Wildtiere nachgewiesene Wolfsrudel im steirischen Wechselgebiet verschwand 1882.

Doch langsam, ganz langsam greifen die Schutzmaßnahmen für die letzten noch verbliebenenWildtierbestände in Europa. Die Populationen wachsen, Bär, Luchs und Wolf erobern sich ihre angestammten Gebiete zurück. Die einen freut das, bei anderen kehren die seit Generationen tradierten Ängste wieder. Strategien für ein Nebeneinander „Umfragen zeigen, dass es eine große Zustimmung in der Bevölkerung für die Rückkehr der großen Beutegreifer gibt“, sagt Georg Rauer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie.

„Aber es gibt auch massive Widerstände. Ein Wolf und ungeschützte Schafe auf der Alm: Das geht nicht gut.“ Deshalb ist es wichtig, sich mit der möglichen Rückkehr der Wildtiere frühzeitig auseinanderzusetzen und Strategien für ein Nebeneinander zu finden. Denn eines ist klar: Die großen Beutegreifer stehen im gesamten Bundesgebiet, nicht nur in den Nationalparks, unter strengem Schutz. 

Sie fallen unter die Berner Konvention und die Flora-Fauna-HabitatRichtlinie der Europäischen Union ebenso wie unter heimische Schutzbestimmungen. Das heißt: keine Verfolgung, keine Abschüsse, sondern ein Auftrag, entsprechenden Lebensraum zu erhalten und sogar zu verbessern.

Regulierungsfunktion im Ökosystem Bär, Wolf und Luchs stellen aber nicht nur eine Gefahr für ungeschützte Schaf- und Ziegenherden oder Bienenstöcke dar. Sie haben auch eine wichtige Regulierungsfunktion in einem Ökosystem und können beispielsweise durch eine bessere Verteilung des Schalenwildes dazu führen, dass der Verbiss von Flächen reduziert wird und der wichtige Bergwald sich stärker verjüngt. 

20 Bären sind verschwunden Bisher ist Österreich weitgehend Transitland für die Beutegreifer. Immer wieder werden einzelne Bären, Wölfe oder Luchse gesichtet oder vermutet. „Die slowenische Bärenpopulation strahlt nach Österreich aus“, erklärt Rauer. In Slowenien gibt es rund 500 Bären.

Auch aus dem Trentino kommen einzelne Tiere über die Grenze nach Kärnten oder Tirol. Doch was den Bären betrifft, war Österreich schon einmal weiter. In den 1970er Jahren waren einzelne Tiere von Slowenien eingewan-

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