Montag, 30. Oktober 2017

Zur Wetterstation am Hohen Sonnblick

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Hohe Sonnblick 3.106 Meter
Bergtour: Auf den Spuren der Bergknappen sind wir auf den Hohen Sonnblick hinaufgestiegen. Oben angekommen liegt der Nationalpark Hohe Tauern zu Füßen. Im Talschluss von Kolm Saigurn am Ende der Mautstraße beim Parkplatz Lenzanger startet die Tour auf den Hohen Sonnblick.

Bequem wandert man auf der Schotterstraße zum Naturfreundehaus, wo der eigentliche Anstieg beginnt. Wasser ist allgegenwärtig hier, es gurgelt und rauscht aus allen Richtungen, und oben liegt auch im Juli noch jede Menge Schnee.


Der Barbarafall erfrischt am teilweise steil nach oben führenden Weg mit angenehm kühlendem Sprühnebel.

Nach 600 Höhenmetern ist mit dem Naturfreundehaus Neubau die erste Raststation erreicht. Mit dem Blick zum Radhaus, der Ruine der ehemaligen Bergstation des Schrägaufzuges für den Bergbau, geht es weiter. Der hoch oben liegende Gipfel scheint noch weit entfernt zu sein.

In langen Serpentinen geht es höher, man überquert einige Schneefelder und erreicht zwei Stunden später die kleine Rojacherhütte. Herrlich sind die Blicke hinab zur blau schimmernden Gletschermühle, wir sind in der hochalpinen Region des Sonnblicks angekommen. Über einen schönen Blockgrat klettert man, hin und wieder mit Hilfe der Hände, aber nie ausgesetzt, höher.

Eine letzte Querung führt uns über ein Schneefeld mit guten Tritten schließlich auf den Gipfel mit dem Zittelhaus und dem Observatorium. In der Abendsonne genießt man den Blick hinüber zum noch immer durchgehend mit Schnee bedeckten Hocharn und zum unübersehbaren Großglockner. Die Hütte ist voll an diesem Samstag, und der Wirt und seine Crew sind mit der Versorgung der Gäste voll ausgelastet.

Der Abstieg am nächsten Tag fordert vor allem im oberen Teil noch einmal unsere ganze Aufmerksamkeit. Den Vormittagskaffee mit wunderbarem Kuchen genießen wir in der Neubauhütte.

Und unten angekommen können wir entspannt auf die allmählich dunkler werdenden Wolken über uns schauen und das Mittagessen genießen.



Weitere Infos zur Route
Ausgangspunkt: Der Parkplatz Lenzanger ist auf einer mautpflichtigen Bergstraße vom Bodenhaus im Talschluss des Raurisertals zu erreichen. Öffentliche Anreise mit der Bahn nach Taxenbach und weiter mit dem Bus nach Rauris und hinauf nach Kolm Saigurn.

Charakteristik: Durchgehend beschilderte und markierte Bergtour auf felsigen, aber gut angelegten Wegen. Stabiles Wetter ist notwendig, ebenso wie Trittsicherheit beim Anstieg am Blockgrat von der Rojacherhütte zum Gipfel. Zwei Passagen gesichert. Vorsicht bei Schneefeldern.

Varianten: Wer es gemütlicher will, dem empfehlen wir, vom Naturfreundehaus Neubau ausgehend auf den Spuren der Bergbaugeschichte zu wandeln. Dabei folgt man den Schildern und Schautafeln des Tauerngold-Rundwanderweges und des Gletscherschaupfades.

Gehzeiten: Anstieg: fünf Stunden, Abstieg: vier Stunden
Länge: 20 km
Höhenmeter: 1550, Parkplatz Lenzanger (1480 m) – Naturfreundehaus Neubau (2176 m) – Rojacherhütte (2718 m) – Hoher Sonnblick (3106 m)

Internet: www.nationalpark.at

Karten: Kompass Nr. 050, AV-Karte Nr. 42

3106 m: Der Hohe Sonnblick wurde 1887 von Wilhelm Ritter von Arlt auf der Suche nach der kürzesten Strecke für eine Telefonleitung für die 1886 errichtete meteorologische Station erstmals über den Nordgrat bestiegen.

Am Wegesrand
Für eine erste Einkehr bietet sich die gastliche Neubauhütte ebenso an wie 600 Höhenmeter weiter oben die Rojacherhütte. Am Gipfel steht angebaut an die Wetterstation das Zittelhaus. Für eine Übernachtung sollte man trotz der fast 100 Schlafplätze reservieren. Die gute Küche des Naturfreundehauses Kolm Saigurn mit fangfrischen Forellen aus dem nahen Teich hat uns nach dem Abstieg überzeugt.
schutzhaus-neubau.at
www.rojacherhuette.com
www.zittelhaus.at
www.sonnblickbasis.at

Zur Rojacherhütte
Der aus sehr armen Verhältnissen stammende Rauriser Zimmermann Ignaz Rojacherwar Zeit seines Lebens im Bergbau tätig. Er erarbeitete sich hervorragende Sachkenntnis und kaufte 1880 den Goldbaubetrieb in Kolm Saigurn, den er bis 1889 betrieb. Er errichtete das Observatorium am Sonnblick und erhielt dafür von Kaiser Franz Josef das Verdienstkreuz mit der Krone. Rojacher verstarb 1891 im Alter von nur 46 Jahren.



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